Rangabsturz nach der Migration: Redirects (301/302) und Statuscodes vorher und nachher prüfen

Die wichtigsten Punkte

Traffic-Verluste nach einer Migration kommen in der Regel von Statuscodes und Redirect-Ketten, nicht vom Inhalt. Es braucht kein Talent — sondern zwei Zeitpunkte: Baseline vor der Migration und Gegencheck 24–72 Stunden danach. Ein Batch-Check deckt bis zu 20 URLs ab, Hop für Hop mit Timing, aus Googlebot- und Browser-Ansicht.

Die Kurzantwort

Bei den meisten Traffic-Abstürzen nach einer Migration ist das Problem kein dünnerer Inhalt und keine verschobene Struktur — sondern Statuscodes und Redirect-Ketten: gestaffelte 301er, Loops, ein Haufen 404er oder Crawler, die etwas anderes sehen als Browser. Dafür brauchst du kein Talent, sondern zwei Zeitpunkte: eine Baseline vor der Migration und einen Gegencheck 24–72 Stunden danach. Ein Batch-Check deckt bis zu 20 URLs ab, verfolgt jeden Hop mit Timing für Timing und läuft aus zwei Perspektiven (Googlebot / Browser) — eine Schlussfolgerung in spätestens 20 Minuten.

Statuscode-Spickzettel (die, die die Fehlersuche bei Migrationen nutzt)

Status

Bedeutung

Was er bei einer Migration bedeutet

200 / 204

OK / kein Inhalt

Ein sauberer Endpunkt

301 / 308

Permanenter Redirect

Die URL-Identität wandert — eine Migration ist meist genau das

302 / 307

Temporärer Redirect

Die alte URL konkurriert weiter; nicht für permanente Wechsel

404

Nicht gefunden

Richtige Antwort für wirklich entfernte Seiten

410

Endgültig gelöscht

Klarer: „existiert nicht und soll nicht gesucht werden"

429

Zu viele Anfragen

Crawler blockiert; Retry-After prüfen

500 / 502 / 503

Serverfehler

Am schlimmsten während des Crawlens — schädigt die Indexierung direkt

301 vs 302: welcher für die Migration

Redirects in die falsche Richtung sind der Grund Nr. 1, warum Rankings nie zurückkommen:

  • Permanent (301/308): Die neue URL wird zur Identität; Equity und Historie ziehen mit. Für Domainwechsel und URL-Struktur-Redesigns.
  • Temporär (302/307): Die alte URL bleibt die Identität; die neue ist ein Zwischenstopp. Für Kampagnenseiten und Checkout-Übergänge.

Schadensbeispiele: eine Werbeseite, die 301 nutzte — wenn die Aktion endet, ist die Ranking-Historie der alten Seite schon „für immer" umgezogen, und Erholung heißt erneut umziehen. Und umgekehrt: ein permanentes Redesign mit 302 — die alte Adresse kämpft weiter um die Identität, und keine der beiden Seiten rankt gut.

Zwei Zeitpunkte: vorher und nachher

Vor der Migration (Baseline, einmal): bestätige den Endstatus deiner Top-20-URLs mit hohem Wert und ihrer Ketten und archiviere ihn. Diese Datei ist die Vergleichsbasis — ohne sie kannst du „neues Problem" nicht von „vorhanden" trennen.

Nach der Migration (Gegencheck, 24–72 h später): warte, bis sich der Cutover gesetzt hat, und prüfe dann vier Dinge:

  1. Alte URLs alle mit 301 wie geplant (nicht 200, nicht 404).
  2. Neue URLs antworten mit 200.
  3. Keine gestaffelten Ketten (A→301→B→301→C sollte ein einziger Hop sein) und keine Loops (B→301→A→301→B — Crawler geben auf).
  4. Crawler-Sicht und Browser-Sicht decken sich (Abweichung → meist WAF / Keep-Alive / UA-Regeln; die klassische Quelle von „bei mir sieht es gut aus, aber die Indexierung ist kaputt").
Vorher vs nachher der Migration: die zu archivierende Baseline und die vier Punkte des Gegenchecks im 24–72-h-Fenster

Den Check durchführen (kostenlos, ohne Anmeldung)

  1. URLs einfügen, eine pro Zeile, bis zu 20; Duplikate fallen automatisch raus und nackte Domains bekommen https:// automatisch.
  2. Perspektiven wählen: Googlebot, Bingbot, Browser usw. (bei Bedarf eigene Header). Für einen Migrations-Check mindestens Googlebot + Browser.
  3. Die Kette lesen: Statuscode, Statusphrase, komplette Redirect-Kette (Status, Location und Timing jedes Hops), Response-Header, Body und Gesamtzeit. Das Timing auf die Hops aufteilen — der langsame Hop ist das Problem.
  4. CSV exportieren: Ergebnisse in deine Tracking-Tabelle oder Ticket-Queue neben den anderen Änderungen legen.

Ein kostenloser HTTP-Statuscode-Checker (einfache menschliche Prüfung pro Check, keine Registrierung) macht alles in einem Durchgang und liefert eine 54-Code-Referenz — was auch der Grund dafür ist, Ketten statt nur den Endstatus zu prüfen.

Monatliches Audit (optional, aber empfohlen)

Die, die sich verbrennen, vergessen den dritten Monat. Führe eine Liste „ungesunde URLs" und prüfe die Top-20-Core-URLs monatlich. Statuscodes sind wie Fahrstuhlknöpfe — sie versagen, wenn du annimmst, dass sie funktionieren.

Häufige Fehler

  • Nur den Endstatus anschauen: 301→301→200 ist etwas ganz anderes als ein direkter 200; je länger die Kette, desto mehr Signal zerfällt.
  • Jeden 404 beheben: ein 404 in einer Redirect-Kette ist kein toter Link — wirklich entfernte Seiten sollen 404/410 bleiben. Behebe nur die toten Links mit Traffic.
  • Nur die Browser-Sicht testen: WAFs liefern je UA andere Inhalte. Mindestens zwei Perspektiven pro Check.

FAQ

Wie viele URLs kann ich gleichzeitig prüfen? Bis zu 20; doppelte URLs werden nur einmal geprüft. Größere Listen bedeuten einfach mehrere Batches.

Ist es kostenpflichtig? Nein. Kostenlos und anonym, mit einer einfachen menschlichen Prüfung pro Check.

Wie bald nach der Migration ist ein 301 verlässlich? Das Prüftool zeigt Ergebnisse meist innerhalb von 24–72 Stunden; für die komplette Equity-Übertragung die URL-Inspektion in der GSC in den nächsten Wochen beobachten.

Ist 502/503 „Fehler" oder „warten"? Während des Crawlens: ernst. Finde die Ursache (Upstream, konkrete Endpunkte). Ein 5xx aus Crawler-Sicht ist kein „Moment mal"-Fall.

Autor: Julian Mercer, Technical-SEO-Praktiker seit 14 Jahren bei Auspia. Julian schreibt über Crawlability, Rendering, Seitenarchitektur und die technischen Grundlagen, die ein für KI lesbarer Inhalt braucht.

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